30. Monster

Monster | Foto: © Ronald Hudson - Fotolia.com
Monster | Foto: © Ronald Hudson - Fotolia.com

Ich bin auf einer kurvenreichen Bergstraße unterwegs. Ich habe einen Begleiter, an den ich mich aber nicht mehr genau erinnern kann. Wir kommen zu einem Haus. Leute stehen herum. Ich packe einen Revolver aus. Ich sage den Leuten, dass, wenn sie tun, was ich von ihnen will, ihnen nichts geschehen wird.

Es sind so zirka 20 Menschen. Sie machen etwas, was genau, das weiß ich nicht mehr. Jedenfalls machen ein paar Leute nicht das, was ich will. Den ersten erschieße ich, ich zielte auf den Kopf. Das scheint die anderen nicht groß zu wundern. Insgesamt erschoss ich noch ein paar Menschen, es hinderte mich auch niemand daran.

Ich gehe weiter. Ich komme zu einer Volksschule. Gehe in die verschiedenen Räume. Es sind andere Leute anwesend, ich habe keine Waffe mehr. Es dürfte so eine Art Messe oder Ausstellung sein. In einem Raum gibt es Mehlspeisen. Ich nasche.

Etwas sagt mir, dass ich von dieser Schule weg muss. Die Schule ist – während ich drinnen bin – gewachsen, größer geworden. Ich brauche plötzlich einen Lift, um ins Parterre zu kommen.

Obwohl ich ins Parterre wollte, fährt der Lift in den Keller. Ich steige aus, habe Angst. Gehe vom Lift zu einer großen Halle, die zugesperrt ist. Es könnte eine Turnhalle sein. Gehe zum Tor der Halle, in dem Tor ist eine kleine Tür, die lässt sich öffnen.

Verdammt, in der Halle sind Monster, große und kleine! Gegen diese Monster habe ich keine Chance, ich renne zurück zum Lift. Zwei Monster verfolgen mich. Es sind größere Laufechsen, so eine Art menschengroße Dinosaurier mit braunem Fell. Ich bin bei der Lift-Tür und hämmere wie wild auf den Ruf-Knopf, der Lift soll doch endlich kommen!

Ich gebe mich geschlagen, die Monster werden mich erreichen, ich habe keine Chance, sie werden mich fressen.

1, 2, 3, 4, 5, 6. Oh! 1, 2, 3, 4, 5, 6.

Die erste Laufechse erreicht mich, will mich anfallen. Ich konzentriere mich auf das erste Monster, mache etwas mit meinen Händen, plötzlich kann ich das Monster mit meinen Gedanken schrumpfen lassen. Es wird ganz klein, stofftiergroß, ich nehme es in die Hand und werfe es weg.

Das zweite Monster ist überhaupt gleich verschwunden. Dann kommt endlich der Lift. Es sind sehr viele Leute in dem Lift. Ich will sie warnen, dass sie nicht zu der großen Halle gehen sollen, weil dort die anderen Ungeheuer warten. Aber ich denke mir dann, die sollen doch selber draufkommen.

Ich steige in den Lift ein und fahre rauf oder runter, ich weiß es nicht mehr.

***

„Stell dir vor, in meinen letzten Traum bin ich zu einem Massenmörder geworden. Und niemand hat sich darüber aufgeregt!“ sagte ich bestürzt zu Ulrike.

„Wie hast du die Leute denn umgebracht?“ fragte sie mich.

„Mit einem Revolver.“

„Aha, dann ist das ein Zeichen für deinen ungezügelten Sexualtrieb“, sagte sie mit einem ironischen Unterton.

„Geh, du ziehst mich auf! Aber ich glaube, ich kann den Traum schon recht gut deuten: Die kurvige Bergstraße heißt, dass ich einen beschwerlichen Weg mit Hindernissen vor mir habe. Und ich habe Aggressionen, die will ich im Traum ausleben, deswegen bringe ich Leute um. Dann gehe ich zur Schule, wahrscheinlich habe ich einen Lernprozess gestartet. Dass ich mit dem Lift in den Keller fahre, kann heißen, dass ich in meinem Unterbewussten nach dem Rechten schaue. Und die Monster sind meine Ängste. Und zwei Ängste habe ich besiegt. Und das sogar mit einem Klartraum!“

„Alle Achtung, das war schon eine gute Analyse! Bald wirst du mich gar nicht mehr für deine Traumdeutungen brauchen. Ich will aber, dass du mir trotzdem deine Träume erzählst“, sagte sie zu mir.

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